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Lkw gegen Güterzug





Zugunglück in Alkenrath

In Alkenrath ist ein LKW mit einem Zug zusammengestoßen.
Riesenglück hatte gestern gegen 20 Uhr ein Lastwagenfahrer: Der Mann blieb mit einem 40-Tonner auf dem kleinen Bahnübergang Alkenrath hängen. Der Mann sprang raus: Sekunden später krachte ein Güterzug in den Lkw.
Der Fahrer des schweren Unglücks-Lastzuges mit Mönchengladbacher Kennzeichen hatte zunächst im Stau auf der A 1 kurz hinter dem Leverkusener Kreuz (Richtung Burscheid) gesteckt. Die kilometerlange Autoschlange war wegen der Bergung eines anderen verunglückten Lastwagens entstanden .
Dann muss der ortsunkundige Lkw-Fahrer die Notausfahrt entdeckt haben, die sonst nur Polizei- und Feuerwehrfahrzeuge sowie andere Behördenfahrer nutzen dürfen. Zu diesem Zeitpunkt sollen schon mehrere Pkw-Fahrer die verbotene Strecke gefahren sein. Der Lkw-Fahrer rollte hinterher.
Die Notstraße endet aber neben einem Feld auf einem unbefestigten Weg nahe der Güterzugstrecke. Um auf die Alkenrather Straße zu kommen, muss man einen engen, rechtwinkligen Abzweig nehmen, direkt neben dem Bahnübergang. Für den fast 18 Meter langen Lastwagen war dies nicht in einem Schwung zu machen. Der Lkw-Fahrer rangierte mehrfach hin und her, wie Zeugen später berichteten. Unter ihnen ein Bahnmitarbeiter, der ebenfalls dem Stau ausweichen wollte.
Ein Alkenrather Zuschauer hat die Szene sogar auf Videoband: Aral-Tankstellen-Betreiber Thomas Spehar sah das Unglück auf einem seiner Überwachungsbildschirme kommen. Der Mann kennt solche Unglücke. An mindestens drei Kollisionen „Lkw-Zug“ erinnert sich der Alkenrather.
Rettung in letzter Sekunde
Gestern jedenfalls steckte der Lkw richtig in der Klemme. Die Zugmaschine stand gerade mal wieder auf den Gleisen, als die Halbschranke runterging. Das Kunststoffrohr brach ab und flog davon. Der Fahrer konnte den her-annahenden Güterzug schon sehen. Der Mann sprang aus der Führerkabine, lief dem Lok-Führer ein paar Meter entgegen und winkte. Sekunden später krachte die Lok in das Führerhaus, zerstörte den Zugwagen und blieb erst 100 Meter nach dem Bahnübergang stehen. Hätte der Fahrer im Lkw gesessen, wäre es schlimm geworden. So trugen laut Feuerwehr und Bahnpolizei weder Lkw-Fahrer noch Lok-Führer direkte Verletzungen davon. Der Bahn-Mitarbeiter hatte anfangs nur einen leichten Schock.
Auslöser des über sieben Kilometer langen Staus auf der A1 war ein Unfall gegen 18 Uhr. Ein LKW-Fahrer hatte am Steuer seines Lkw einen Herzinfarkt erlitten. Der Mann starb noch auf der Autobahn, seine Frau musste mit Schock ins ins Krankenhaus. Der Lkw kam nahe Dürscheid auf der A 1 von der Straße ab. Während des Rettungseinsatzes sperrte die Polizei zwei der drei Fahrspuren zwischen Kreuz Leverkusen und Burscheid. Der Lastwagen hatte WC-Reiniger geladen. Das Material rutschte nicht von der Ladefläche. Die Bergung dauerte bis nach 22 Uhr.
An der Lok entstanden wenig Beschädigungen. An drei Schüttgutwagen wurden lediglich Trittbretter verbogen. Der Zug, der glücklicherweise keine Gefahrgutwagen zog, wurde von einem anderen Lok-Führer weitergefahren. Die viel befahrene Güterzugstrecke war allerdings für Bergung für Stunden blockiert. Betroffenen waren die Bereiche zwischen Duisburg und Köln. Die Bahn leitete die Güterzüge über die Personenzugstrecke am Bahnhof Schlebusch um.
Nach Bergung des Lkw setzt die Bahn seit gestern Sicherungsposten an dem Bahnübergang ein, damit er von Fußgängern noch genutzt werden kann. Das Zugunglück zog einige Schaulustige an.

Quelle: Rp-Online.de von ULRICH SCHÜTZ / Tobias Krell




 

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