2015
2014
2013
2012
2011
2010
2009
2008
2007
2006
Unfall mit 2 LKW auf Autobahn 1





Foto:Feuerwehr Burscheid 



Schwein gehabt

VON ULRICH SCHÜTZ(RP)
Fast zwölf Stunden blieb die Autobahn 1 gestern zwischen Leverkusener Kreuz und Burscheid komplett gesperrt. Der Grund: ein Lastwagen-Unfall, bei dem sich die Ladungen als schmierige Masse auf den Fahrbahnen verteilt hatten.
Gestern, 6.30 Uhr, A 1 (Richtung Dortmund), 800 Meter vor der Ausfahrt Burscheid. Die Unfallstelle zeigt ein chaotisches Bild. Zwei stark zerstörte Lastwagen und eine mit Metallstaub und Schweinespeckschwarten übersäte Autobahn. Nichts geht mehr. Minuten später zucken Blaulichter durch die beginnende Morgendämmerung. Die Helfer und Retter müssen bei der Anfahrt Schlimmes befürchtet haben. Dann die Erleichterung: Beide Unglücksfahrer kamen mit dem Schrecken davon. Der Schaden an Lkw und Ladung liegt laut Polizeischätzung bei 400 000 Euro.
Nicht eingerechnet der Schaden, den die vielen hundert Autofahrer hatten, die auf der A 1 festsaßen. Sie durften erst Stunden nach dem Unfall drehen und gegen die Fahrtrichtung zum Leverkusener Kreuz zurückfahren. Die Bergung war übrigens erst gegen 18 Uhr beendet. Da lag die Staulänge bei 10 km.
Was war auf der A1 passiert? Erst platzte – laut Polizeiangabe – ein Reifen, dann stellte sich der belgische Lkw quer, der Auflieger fiel auf die Seite. Ein nachfolgender Laster-Fahrer aus Bergheim schaffte das Ausweichmanöver nicht und rammte mit der rechten Führerhausseite und dem Kühltransportauflieger das Heck des umgekippten Lasters. Die Fahrer (37, 41) verletzten sich nur sehr leicht, hieß es anfangs. Zum Arzt mussten sie zunächst nicht. Problematisch gestaltete sich die Reinigung der Fahrbahnen. Die gefrorenen Speckschwarten tauten auf. Fett und der Metallstaub aus dem belgischen Laster vermischten sich zu einer zähen, schmierigen Masse, die tief in die Poren des Asphalts einzogen.
Donnerstag gegen 21 Uhr knallte es auch auf der A3 kurz vor der Ausfahrt Leverkusen (Fahrtrichtung Köln). Ein Lkw stand mit Panne auf der dritten Fahrspur. Als die Polizei den Lkw absicherte, fuhr ein Pkw vorschriftsmäßig langsam an der Gefahrenstelle vorbei. Ein Lkw-Fahrer rast ungebremst in den Pkw. Es gab drei Verletzte.
Für die Reinigung musste Fettlöser aufgetragen und das Ganze mit Spezialmaschinen beseitigt werden. Erst kurz gegen elf Uhr wurde eine Fahrspur frei gegeben, um den sieben Kilometer langen Stau ganz aufzulösen. Mitten drin: 120 Polizisten, die zur Vereidigungsfeier bei Dortmund mussten. Dort wartete Innenminister Ingo Wolf auf seine Jungs. Die Polizei organisierte kurz nach neun Uhr zwei Privatbusse, die die Beamten an der Unfallstelle abholten. Streifenwagen eskortierten ihre jungen Kollegen dann nach Dortmund. Ein weiterer Bus sorgte für Aufsehen: ein Gefangenentransporter. Launiger Kommentar eines Polizisten: „Die Wartezeit wird auf die Haftzeit angerechnet. Die Jungs haben sowieso Zeit...“. Dass vor der Unfallstelle zudem 18 Lehrer einer Wermelskirchener Schule Zwangspausen einlegen mussten, freute viele Schüler: Sie durften frühzeitig nach Hause
Bericht aus der Rheinischen Post
Link zur RP-Online.de



Bergungen 2007