ZaZen

"Catwalk" mit „Liftboys“ für vierrädrige Diva

Mittels einer spektakulären Aktion gelangte Konzeptfahrzeug Rinspeed „zaZen“ ins Bayer Kasino

Leverkusen – Marcel Derichs von der Bayer Gastronomie ist es gewohnt, dass besonderen Gästen in Bayers „guter Stube“ der sprichwörtliche „Rote Teppich“ ausgerollt wird. Doch so tief wie am gestrigen Sonntag hatte man noch nie in die Trickkiste greifen müssen, um einem Besucher den Weg ins Bayer Kasino zu ebnen. Derichs: „Das war eine der spektakulärsten Aktionen, um ein Ausstellungsstück ins Foyer zu bekommen.“

Wochen zuvor hatte die Bayer MaterialScience AG den automobilen Gast unter dem Namen „zaZen“ angekündigt, den das Unternehmen als Prototyp und Konzeptstudie für die Autos von morgen gemeinsam mit der Schweizer Design- und Konzeptschmiede Rinspeed auf seine vier Räder gestellt hatte. Nach seiner Aufsehen erregenden Premiere auf dem Genfer Autosalon Ende Februar 2006 und seiner Welttournee zu Fachmessen und Ausstellungen auf der ganzen Welt sollte der Bolide auf Porsche-Basis nun endlich am Firmensitz von Bayer MaterialScience Station machen. Gleich im Anschluss an die Präsentation während des „Tages der offenen Tür“ des Verbandes der Chemischen Industrie am Wochenende sollten alle Mitarbeiter ausgiebig die Gelegenheit haben, das 1,5 Millionen Euro teure Gefährt einige Tage lang hautnah zu erleben. Sozusagen am Objekt der Begierde sollten sie die hauseigenen Rohstoffe in ihrer schönsten Form kennen lernen: die transparente Dachkuppel mit integriertem, holographisch erzeugtem dritten Bremslicht und die durchsichtigen Sitzschalen, die glitzernde Außenhaut mit Millionen kleiner Svarowski-Kristalle und die Sitzpolster in dezentem Mango-Orange.

„ zaZen“, diese „Lichtgestalt“ auf vier Rädern, ist 355 PS stark und rund 300 Stundenkilometer schnell – nur Treppenstufen steigen kann sie nicht. Und weil so ein reinrassiger Sportwagen nur wenige Zentimeter Bodenfreiheit – gepaart mit ästhetisch schönen, aber langen Karosserieüberhängen – hat, schied eine handelsübliche Autorampe wegen zu großer Auffahr- und Abfahrwinkel als Problemlöser zur Überwindung der marmornen Hindernisse auf dem Weg in die Vorhalle des Kasinos aus. Das gute Stück hätte schlichtweg mit Front- und Heckschürze oder Bodenblech aufgesetzt.

Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Und hier sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Statt schräger Rampe musste ein rund 20 Meter langer waagrechter Laufsteg für die Diva her. Diesen baute die Kölner Firma müllermusic Veranstaltungstechnik GmbH, die sich mit den extravaganten Bühnenwünschen von Künstlern bestens auskennt. Und nun musste der Bolide „nur“ noch vom Kasino-Vorplatz auf den gut 1,40 Meter höher liegenden „Catwalk“ gehievt werden. Kein Problem für die „Liftboys“ vom Leverkusener Spezial-Bergungs- und Abschleppunternehmen Schwientek. Mit vier gepolsterten Tragegurten, die an die Räder befestigt wurden, und einem Spezialkran setzten sie den rund 1,5 Tonnen schweren Traumwagen auf seine ungewöhnliche Piste. Die letzten Meter rollte der „zaZen“ dann ganz gemächlich aus eigener Kraft mit grollendem Motor: „Wartet ab, bis ich wieder Asphalt unter den Reifen habe …“

News und Informationen über Produkte, Anwendungen und Services der Bayer MaterialScience AG sind unter „www.bayerbms.de“ zu erhalten. Daten und Fakten speziell zum Unternehmen finden Sie unter „www.fakten.bayerbms.de“.
Text: Bayer MaterialScience AG




 

ZaZen Foto: Bayer MaterialScience AG



1,5 Millionen Euro teuren Prototypen „zaZen“

Der „zaZen“ entspringt der Kooperation von Bayer Material Science und der Schweizer Firma Rinspeed. Der Wagen drehte ein paar Runden um die Bayer-Zentrale und rund um Leverkusen.
Tempo 50 gilt auf dem Kaiser-Wilhelm-Ring. Da wirken 355 PS ein bisschen übertrieben. Raphael Schnierl beschleunigt mal eben. Da wird aus dem Knurren im Nacken ein lautstarkes Bellen. Die Pferdestärken schieben den eigenen Körper in den Sitz. Der Magen schmiegt sich an die Wirbelsäule, damit das Herz problemlos daran vorbei in die Hose rutschen kann. Schnierl teilt die Befindlichkeiten seines Beifahrers nicht. „Zehn bis zwölf Liter verbraucht er, wenn man es eilig hat auch 16 oder 17“, plaudert er.
Der Fahrer reiste eigens aus der Schweiz an, um ein paar Runden um die Bayer-Zentrale und rund um Leverkusen zu drehen. „Das hat Versicherungsgründe“, erklärt er. Der Stargast ist aber nicht Schnierl, sondern: der „zaZen“. Fast zwei Wochen war der Wagen in Leverkusen zu Gast. Die letzten Tage parkte er im Bayer Kasino. Die Stufen zu seinem Stellplatz im Foyer wurden dem Wagen abgenommen. Ein Spezialfirma konstruierte eine Rampe, auf die eine andere Spezialfirma das Fahrzeug mit einem Kran hievte. „Treppen steigen kann er nicht“, schränkte Gerd Dreßen von Bayer Material Science (BMS) ein. Knapp eine Woche fungierte der Flitzer im Kasino als Vorspeise für die Mitarbeiter.
„Damit die Beschäftigten ihn einmal hautnah erleben können“, begründete Dreßen die außergewöhnliche Automobil-Ausstellung. Denn der Wagen entspringt der Kooperation von BMS und der Schweizer Firma Rinspeed, deren Werkstattleiter Raphael Schnierl ist. Mit Ideen aus der Schweiz und Materalien aus Leverkusen wird jedes Jahr ein „Auto von morgen“ gebaut, so die Motivation der Zusammenarbeit. Letztes Jahr war es der „Senso“, der die Verfassung seines Fahrers feststellen und bei Bedarf gegensteuern kann (zum Beispiel mit Lavendelduft zur Beruhigung).
Das zweite Auto der Zukunft ist der zaZen. Der Name stamme aus der buddhistischen Lehre und bedeute Sitzmeditation. Kupfer und Orange sollen farblich die innere Einkehr unterstützen. Aber sobald sich der Zündschlüssel dreht, ist Schluss mit Ort der Stille. Selbst gefahren ist der zaZen bislang erst 558 Kilometer. Der Rennwagen chauffiert nicht, er wird chauffiert: mit Flieger, Schiff oder Laster. Dabei bewegt er sich noch sehr gut selbst.
Haben sich Beifahrer an das Knurren gewöhnt, bleibt ihnen Zeit für Details: Einen Aschenbecher hat das „Auto von morgen“ keinen. Dafür – das ist einer der Clous des Wagens – stellen sich bei geschlossenem Dach Cabrio-Gefühle ein. Das Verdeck ist komplett durchsichtig. Es wurde aus Bayers „Allzweckwaffe“ Makrolon gefertigt. „Wir arbeiten daran, dass man es auf Knopfdruck undurchsichtig machen kann“, berichtet Dreßen. Aber das sei Zukunftsmusik. Wenn überhaupt wird vom zaZen eine kleine Serie aufgelegt. Das „Portemonnaie von morgen“ müsste für ein Exemplar wohl eine siebenstellige Summe lockermachen.
Rheinische Post: Roman Zilles




 

Wer geht denn gleich in die Luft....
Baumstamm aus Wupper